Bitcoin: Inscriptions spalten die Community – Back warnt vor ‚JPEG-Spam‘

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By Felix Schröder

Eine bedeutende ideologische Debatte entfaltet sich innerhalb des Bitcoin-Ökosystems bezüglich der angemessenen Nutzung seiner fundamentalen Blockchain. Dieser Streit konzentriert sich auf die rasche Verbreitung von „Inscriptions“ – digitalen Artefakten, einschließlich nicht-fungibler Token (NFTs), die direkt im Ledger gespeichert werden –, welche Kritiker als grundlegende Abweichung von Bitcoins ursprünglichem Zweck als Peer-to-Peer-Elektronik-Cash-System ansehen.

Adam Back, ein früher Bitcoin-Entwickler und CEO von Blockstream, ist ein prominenter Kritiker, der diese Aktivität als „JPEG-Spam“ bezeichnet. Er behauptet, dass sie Bitcoins Kernzweck als Geld untergräbt, und betrachtet das Netzwerk als „Eigentum der Menschheit“, wobei Entwickler „Verwalter“ sind, die dem Nutzerkonsens Rechenschaft schulden – ein Prinzip, das in früheren Debatten über die Netzwerk-Governance widerhallte.

Ermöglicht durch das Taproot-Upgrade und das Ordinals-Protokoll, haben Inscriptions stark zugenommen. Die Anzahl der eingebetteten JPEGs stieg von 88 Millionen im Mai auf 105 Millionen im September, was einem Anstieg von 20 % entspricht. Die durch diese Aktivitäten generierten Gebühren belaufen sich auf insgesamt etwa 7.000 BTC, mit einem Wert von über 777 Millionen US-Dollar.

Befürworter argumentieren hingegen, dass jede Nutzung legitim ist, für die Nutzer bereit sind, für Blockplatz zu zahlen. Sie betonen Bitcoins erlaubnisfreie Natur und das Dezentralisierungs-Ethos, wobei sie geltend machen, dass Nutzungsbeschränkungen diesen Kernprinzipien widersprechen. Erhöhte Transaktionsgebühren durch Inscriptions werden auch als wichtiger wirtschaftlicher Anreiz für Miner angesehen, insbesondere da die Blockbelohnungen weiterhin halbiert werden.

Back hingegen spielt den wirtschaftlichen Nutzen herunter und schätzt, dass Inscriptions lediglich 0,1 % zu den Mining-Gewinnen beitragen. Er argumentiert, dass dieser minimale Gewinn durch potenziellen Reputationsschaden, erhöhte Transaktionskosten für gewöhnliche Nutzer und eine verminderte Zugänglichkeit zu Bitcoins primärer Geldfunktion bei weitem aufgewogen wird. Diese grundlegende Meinungsverschiedenheit verdeutlicht eine tiefe Spaltung innerhalb der Gemeinschaft.

Um diese Bedenken zu mindern, schlägt Back Abhilfemaßnahmen vor, wie die Kontaktaufnahme mit Mining-Pools, um die Verarbeitung von Inscriptions zu unterbinden, und Modifikationen auf Wallet-Ebene, um Gebühren umzuleiten. Obwohl er inhärente Zentralisierungsrisiken anerkennt, glaubt er, dass strategische wirtschaftliche Anreize das Mining von JPEG-Inscriptions unrentabel machen könnten, wodurch die Netzwerkaktivität mit Bitcoins ursprünglicher Vision in Einklang gebracht würde.

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